Archiv für März 2010

Kurzaufruf

An vielen Kiosken und in etlichen Supermärkten und Bahnhofsbuchhandlungen werden tagtäglich ganz offen rechte Zeitungen angeboten. Das reicht vom Monatsmagazin „Zuerst!“ über die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ bis zur NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“.
Auf den ersten Blick ist die inhaltliche Ausrichtung der Zeitungen zwar sehr unterschiedlich – von rechts-konservativ bis offen neonazistisch ist alles dabei und die Grenzen sind oft fließend. Gemeinsam haben alle aber eine Festschreibung von Individuen aufgrund von z.B. Geschlecht oder Herkunft. Diese Festschreibungen gibt es nicht nur am „rechten Rand“, vielmehr sind sie einer der Grundpfeiler unserer Gesellschaft und stehen einer Welt, in der alle wirklich die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben, entgegen.
In den entsprechenden Zeitungen werden aber etwa Nationalismus oder autoritäre Hierarchie- und Ordnungsvorstellungen in noch ausgeprägterer Form verbreitet. Sie propagieren also etwas, das unseren Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaft noch weniger entspricht als die aktuelle. Deshalb sind sie Ziel der Kampagne und sollen aus dem offenen Verkauf gedrängt werden.
Dafür ist es natürlich wichtig die Kioskbetreiber_innen über die Zeitungen zu informieren und sie aufzufordern diese nicht mehr oder zumindest nicht offen anzubieten. Tipps dazu gibt es auf unserer Internetseite, wie auch weitere Informationen zu den Zeitungen und der Kampagne. Außerdem findet ihr dort verschiedene Locations, in denen das Kampagnenmaterial (Aufkleber, Flyer und Aufrufe) abgeholt werden kann um es weiter zu verbreiten. Und auch bei Myspace und Facebook sind wir zu finden.

Wir freuen uns über jede Unterstützung, denn nur gemeinsam können wir was bewegen. Let’s push things forward!

Gegen den Verkauf vorgehen!

Die rechten Zeitungen gib es v.a. an Kiosken und in Bahnhofsbuchhandlungen. Doch auch einige Supermärkte sind mit im Geschäft. Bei real,- gibt es z.B. die „Zuerst!“ und die „Preußische Allgemeine Zeitung“.
Es ist sehr wichtig die Kioskbetreiber_innen über die Zeitungen zu informieren und sie aufzufordern diese nicht mehr oder zumindest nicht offen zu verkaufen. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten, denn es gibt natürlich auch Kioskbetreiber_innen, die sehr genau wissen was sie da anbieten und auf Kritik entsprechend reagieren. Ein anderes Problem ist, dass viele Kioske von großen Vertriebsfirmen beliefert werden und quasi ein Kompletpaket annehmen und anbieten müssen. Da hilft langfristig nur, den politischen Druck auf diese Vertriebsfirmen zu erhöhen und kurzfristig der Rat an die direkten Verkausfsstellen, die rechten Zeitungen nur unter der Ladentheke und eben nicht offen anzubieten.
Eine dieser großen Vetriebsfirmen ist die „Verlagsunion“. Sie ist eine Tochtergesellschaft des „Bauer-Verlags“ und vertreibt u.a. die Zeitschrift „Zuerst!“. Die „Verlagsunion“ hat als Grossist/Pressegroßhandel, also als Handelsstufe zwischen dem Verlag und dem Einzelhändler, großen Einfluß auf das Sortiment und kann so Kioskbertreiber_innen auch ein Komplettpaket aufdrücken. Hier gibt es aber auch schon erste Gegenwehr. So hat Konzernbetriebsrat der „Bauer Media Group“ eine Stellungnahme veröffentlicht, in der fesgestellt wird: „Seit Dezember 2009 vertreibt die 100-prozentige Bauer-Tochter Verlagsunion das rechte Monatsmagazin „Zuerst“. Es steht nach Einschätzung von Experten in direkter Nachfolge des neofaschistischen Theorieorgans „Nation und Europa“. Der Bauer-Konzernbetriebsrat hatte gegen die Geschäftsverbindung protestiert und die Konzernleitung aufgefordert, die Zusammenarbeit zu beenden“.
Nun gilt es weiter zu intervenieren und z.B. mit mails an die Vertriebsfirmen und Supermarktketten gegen das Geschäft mit rechten Zeitungen zu protestieren.
kampagne gegen rechte zeitungen - lptf

real,- verkauft rechte Zeitungen!

Bei der Supermarktkette real,- gibt es die „Zuerst!“ und die „Preußische Allgemeine Zeitung“. Als große Kette kan sich real,- im Gegensatz zu kleinen Kiosken komplett selber aussuchen, welche Zeitungen und Zeitschriften angeboten werden. real,- ist also nicht abhängig von großen Vetriebsfirmen, sondern handel selbstverantwortlich und sollte somit auch in die Verantwortung genommen werden. In den real,-Märkten gibt es direkt am Eingang einen Bereich in dem unter dem Motto „Ihr Meinung ist uns wichtig!“ jeder Mensch eine Feedbackkarte mitnehmen und kostenlos per Post ans Unternehmen schicken kann. Neben E-mails und der direkten Ansprache im Supermarkt ist dies eine gute Möglichkeit real,- mitzuteilen, was wir vom Verkauf rechter Zeitungen halten.

Preußische Allgemeine Zeitung

Die „Preußische Allgemeine Zeitung“ (PAZ) ist aus dem Heimatblatt „Wir Ostpreußen“ entstanden. Sie erscheint nach der Übernahme 1951 durch die „Landsmannschaft Ostpreußen“ unter Leitung von Chefredakteur Konrad Badenheuer als Wochenzeitung immer Samstags in einer aktuellen Auflage von über 18.000 Exemplaren. Nach eigenen Angaben erreicht sie damit durchschnittlich eine Leser_innenschaft von 50.000. Der Verlag „Landsmannschaft Ostpreußen“ ist Mitglied im „Bund der Vertriebenen“ (BdV) und ein sogenannter Vertriebenenverband. Dementsprechend setzt sich die „Preußische Allgemeine Zeitung“ auch gezielt für die „Rechte von Heimatvertriebenen“ ein und bezeichnet sich selbst als „rechtskonservativ“.
In den letzten drei Jahren wurde verstärkt Wert auf ein neues Erscheinungsbild gelegt, weshalb die gesamte Zeitung farbig gestaltet und ein Internetauftritt eingerichtet wurde. Es geht also gezielt um eine neue Selbstdarstellung und offeneres Auftreten. So ist sie auch seit Januar 2010 bundesweit an Kiosken zu erwerben, nachdem sie vorher nur per Abonnement erhältlich war.

Tipps zum Weiterlesen:

Konkurrenz für die „Junge Freiheit“? „Preußische Allgemeine Zeitung“ startet Kiosk-Verkauf

Rechtsausleger der „Vertriebenen“ – Dossier: Die Landsmannschaft Ostpreußen
http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0266_landsmannschaft_ostpreus_en.htm

«Sie schlagen sich Schmisse ins Gesicht – denn auf dem Hintern sieht´s man nicht»
http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2005/08/1burschen.shtml

Deutsche Militärzeitschrift

Die „Deutsche Militärzeitschrift“ wurde 1995 von Harald Thomas, dem ehemaligen Geschäftsführer des rechten „Nationaleuropäischen Jugendwerkes“ ins Leben gerufen und erscheint seitdem alle zwei Monate im „Verlag Deutsche Militärzeitschrift“. Dieser ist Teil der Verlagsgruppe „Lesen & Schenken“, die mehrheitlich Dietmar Munier gehört, einem aktiven NPD-Sympathisanten, der ebenfalls die „Zuerst!“ herausgibt.
Den Schwerpunkt der Hefte bildet eine verklärende Darstellung des Zweiten Weltkrieges und deutscher militärischer Führungspersönlichkeiten. Nach eigener Darstellung möchte man sich „an die Erlebnisgeneration des Zweiten Weltkrieges, an die Soldaten und Reservisten der Bundeswehr und an alle zeitgeschichtlich interessierten Mitbürger wenden“. Das heißt im Klartext: Verherrlichung von Waffen-SS, Wehrmacht und modernem Söldnertums.
Sie ist in Bahnhofskiosken zu erwerben oder auch im Abonnement erhältlich.

Tipps zum Weiterlesen:

DMZ – Von Bundeswehr bis Waffen-SS
http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/DMZ.htm

Überblick zu bisher erschiennen Ausgaben der DMZ
http://braunzonebw.blogsport.de/category/deutsche-militaerzeitschrift/